Archive for the ‘vorbilder und einflüsse’ Category

jesus und barbecue. einflüsse.

2008/09/07

DBC Pierres hat mich mit seinem Roman „Jesus von Texas“ beieindruckt und beeinflusst. Vernon Little sitzt in einem texanischen Kaff im Gefängnis und wird verdächtigt, der Komplize seines Kumpels Jesus gewesen zu sein – beim Amoklauf in seiner Schule. 16 Tote.

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a long way down. einflüsse.

2008/08/14

„Silvester, auf dem Dach eines Hochhauses: Pech, dass gleich vier Menschen auf die Idee gekommen sind, sich dort das Leben zu nehmen.“ So beginnt der Klappentext des Romans „A Long Way Down“ von Nick Hornby. Bücher, Theater, Kino, Kunst, Comics, Blogs, der Alltag, die eigene Lebensgeschichte – sie alle (und noch ein paar mehr) haben Einfluss auf die Entstehung eines Romans. Ich halte in der Vorbereitungsphase eines Buches ganz bewusst die Augen nach Vorbildern auf. Hornbys Buch war eine solches.

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meine 10 einflussreichsten leute…

2008/08/01

… die nie gelebt haben, ein Stöckchen. Die Reihenfolge ist keine Rangreihung, jeder von denen hatte zu anderer Zeit großen Einfluss… 🙂 Und: Macht weiter Leute, schickt mir eure Liste, mit oder ohne Anmerkungen dazu, per Mail oder hier als Kommentar! Und das Stöckchen an andere weiterwerfen, wie sich das gehört…

1. Chingachgook, der letzte Mohikaner aus den Lederstrumpf-Erzählungen von James F. Cooper (ich habe sie nie gelesen, sondern wie gebannt vor der Verfilmung als ZDF-Vierteiler gesessen, 1969 oder so)

2. Der Ahoi-Brause-Seemann

3. Thomas Buddenbrook (meine Mutter schenkte mir die Buddenbrooks Weihnachten 1977 und es wurde das bedeutendste Buch meines bisherigen Lebens, ich habe es 17 Mal komplett gelesen und lese immer wieder darin herum)

4. Christkind

5. Kater Mikesch (in seiner Augsburger Puppenkisten-Ausführung im Fernsehen)

6. Geheimagent Lennet (Schneiderbuchserie der 60/70er Jahre, habe mir voriges Jahr die alten Originalausgaben wieder besorgt, heute grottig, damal der Himmel auf Erden oder unter der Bettdecke, wenn das Licht eigentlich schon aus war und die Taschenlampe herhalten musste)

7. Sandmännchen

8. Knecht Rupprecht (ich habe mir als kleines Kind jedes Mal am Nikilaus-Tag fast in die Hose gemacht, denn der Nikolaus kam mit Knecht Rupprecht einem wahrhaft dunklem Gesellen ins Haus und ich war mir jedes Mal sicher, dass er mich in seinen Sack stecken und mitnehmen würde – das Sündenregister im dicken Buch von Sankt Nikolaus hätte gereicht!!!)

9. ein aufblasbarer Toblerone-Bär (mein erster und einziger Gewinn in einem Preisausschreiben, die Reise in die Schweiz gewann jemand anderes, heul)

10. Flipper (sofern der als Person gilt)

11. Sindbad (leider auch wieder in einer Filmfassung, nämlich mit Douglas Fairbanks Jr., der mal was mit Marlene Dietrich hatte, das Original-Plakat hat ein Freund für mich besorgt und es hängt bei mir in der Wohnung)

12. Das Lenor-Gewissen (für alle, die in diesem Stöckchen nur oder fast nur Werbefiguen haben: hier schauen

… es werden immer mehr… argh…

13. Little Jo aus Bonanza

14. Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (Grimms Märchen)

lieblingsbücher. krabat.

2008/07/30

Natürlich prägen die Bücher der Kindheit und Jugend. Krabat von Otfried Preußler ist ein solches und es ist mir eine Ehre, dass meine Bücher in demselben Verlag erscheinen, wie die dieses großen alten Meisters. Räuber Hotzenplotz, Die Kleine Hexe, Kater Mikesch sind nur ein paar der Titel, die Preußler zum Liebling vieler Kinder machte. Krabat jedoch, ein Jugendbuch, ist für mich (und viele andere) ein Höhepunkt oder sogar DER Höhepunkt seines Schaffens.

Die Geschichte basiert auf einer alten sorbischen Volkssage. Preußler arbeitete über 10 Jahre daran, beschäftigte sich intensiv mit der Technik alter Mühlen, studierte die Landkarten der Oberlausitz und beschrieb die Gegend um Schwarzkollm, als sei er dort aufgewachsen.

„Mein Krabat ist keine Geschichte, die sich nur an junge Leute wendet, und keine Geschichte für ein ausschließlich erwachsenes Publikum. Es ist die Geschichte eines jungen Menschen, der sich mit finsteren Mächten einlässt, von denen er fasziniert ist, bis er erkennt, worauf er sich da eingelassen hat.“ Nur der feste Wille sich davon zu befreien, die Hilfe von Freunden und die Kraft der Liebe, so Preußler, könne er am Ende der Macht des Bösen und deren Verlockungen wiederstehen.

Das Buch erhielt ein halbes Dutzend internationaler Auszeichnungen, darunter den Deutschen Jugendbuchpreis 1972. Nun wurde Krabat verfilmt und startet am 9. Oktober in den deutschen Kinos.

Die jungen Stars des deutschen Kinos sind mit dabei: Robert Stadlober, Daniel Bühl, David Kross, Anna Thalbach u.v.a. Regie führte Marco Kreuzpaintner. Die Produktionszeit lässt sich im Blog verfolgen. Für die Verlagsmitarbeiter gab es ein Preview und es scheint so zu sein, dass uns ein wirkliches Highlight des Kinoherbstes erwartet. Ich freue mich drauf!

toter hund. einflüsse.

2008/07/21

Wer schreibt, liest für gewöhnlich auch. Und wird davon beeinflusst. Beim Schreiben des Landeplatzes hat mich Salingers Fänger im Roggen sehr beschäftigt und beeinflusst. Wenn man sich nicht im Deutschunterricht damit quälen muss, ist es ein immer noch und immer wieder faszinierendes Buch, voller Saft und Kraft. Im Moment lese ich auch einen über 40 Jahre alten Roman, ebenfalls amerikanischer Autor, ebenfalls epochemachend. Für mich sind oft einzelne Sätze, Absätze, Beschreibungen oder Dialoge wie Blitze oder Messerschnitte, die scharf und auf den Punkt etwas über das Buch sagen, mehr als eine lange Auseinandersetzung damit. Das ist natürlich sehr subjektiv (kann man subjektiv steigern???)… Also, das war es heute morgen:

„Der Wagen setzte sich wieder in Bewegung. Knapp dreißig Meter weiter trottete ein Hund am Straßenrand entlang. Dick hielt auf ihn zu. Es war ein alter, halbtoter Mischlingsköter, ein räudiges, klapperdürres Vieh, und als der wagen ihn erwischte, war der Aufprall kaum heftiger als bei einem Vogel. Dennoch war Dick zufrieden. ‚Junge, Junge!‘, sagte er – wie immer, wenn er einen Hund überfahren hatte, und dazu nutzte er jede sich bietende Gelegenheit. ‚Junge, Junge! Der ist platt!'“

Das ist aus „Kaltblütig“ (S. 176) von Truman Capote, schön gemachte Neuausgabe und Neuübersetzung bei Kein & Aber. Dick ist einer der beiden Mörder, deren Weg von der Tat bis zum Galgen Capote in seinem 1966 erschienenen Tatsachenroman begleitet. Über die Frage, welche Übersetzung es denn nun sein muss, kann man streiten, die „alte“ gibt es bei Rowohl als Taschenbuch mit einem ganz guten Nachwort über die (teils zweifelhaften) Recherchen von Capote und Harper Lee. Seine totale Verstrickung in den Fall und vor allem seine Ausschlachtung der Sache für die eigene PR wurde Capote arg vorgeworfen…